Die gemeinsame Informationsveranstaltung der Bioenergieregion Bayreuth und der ILE Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz am 8. Februar 2012 zum Thema Alternative Energiepflanzen stieß auf reges Interesse bei Vertretern aus Landwirtschaft und Verwaltung. Die 53 Besucher sorgten dafür, dass der Veranstaltungsraum im Bürgerzentrum der Stadt Pegnitz gut besetzt war.
Reges Interesse bei der Informationsveranstaltung Alternative Energiepflanzen im Bürgerzentrum der Stadt Pegnitz.
Ziel der Veranstaltung war es aufzuzeigen, dass es Alternativen zum Anbau von Mais für die Energiegewinnung in Biogasanlagen gibt. Dazu stelle Werner Kuhn vom Netzwerk Lebensraum Brache, der selbst Landwirt und Jäger ist, eine Wildpflanzenmischung vor, die einige Vorteile gegenüber anderen Substraten aufzuweisen vermag. Nach einmaliger Aussaat ist es möglich mit dieser Zusammenstellung heimischer Wildpflanzen, die nächsten 5 Jahre kontinuierlich Erträge zu ernten. Besondere Vorteile sind der entstehende Lebensraum für Flora und Fauna, mit einer hohen Biodiversität, sowie die Vermeidung von Schwarzwildschäden. Zudem ist es möglich einen Zuschuss zur Saatgutmischung bis zu 300€ vom bayerischen Jagdverband zu erhalten.
Den zweiten Vortrag hielt Dr. Pedro Gersberger vom Lehrstuhl für Pflanzen Ökologie der Universität Bayreuth mit dem Titel: Die Becherpflanze: wildschweinsicher, nachhaltig und ertragreich. Dabei stellte er die Becherpflanze (Silphium) als Alternative zum Maisanbau vor. Im Vergleich zur Wildpflanzenmischung beträgt hier die Nutzungsdauer sogar mindestens 15 Jahre ohne erneutes sähen, wobei jedoch im ersten Jahr noch nicht geerntet werden kann. Diesen Nachteil macht die Pflanze allerdings durch Einsparungen in den nächsten Jahren bei Herbiziden, Saat und Düngung wieder wett und kommt bei der Betrachtung des Gesamtanbauzeitraums auf eine ähnliche oder sogar bessere Gesamtbilanz als Mais.
Die Referenten von links nach rechts: Dr. Pedro Gersberger, Universität Bayreuth; Werner Kuhn, Netzwerk Lebensraum Brache; Bernd Rothammel, Bioenergieregion Bayreuth; Thomas Schwarz, Büro Landimpuls
Als Resümee aus der Veranstaltung lässt sich ziehen, dass es inzwischen durchaus Alternativen für den Maisanbau gibt, diese sich jedoch in einer Phase befinden, in der die Kenntnisse und Entwicklungen noch lange nicht abgeschlossen sind. Die ersten Ansätze sind vielversprechend und bieten dem mutigen Landwirt Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren. Als Ansprechpartner für Interessierte steht Thomas Schwarz, selbst auch Landwirt, vom Büro Landimpuls zur Verfügung.

