KERNWEGENETZ

 

Die Anforderungen an das landwirtschaftliche Wegenetz haben sich durch den anhaltenden Strukturwandel und den technischen Fortschritt der Landwirtschaft, aber auch aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Wege für die Bereiche Freizeit und Tourismus deutlich geändert. Ziel muss es deshalb sein, eine bestmögliche Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen zu erreichen und dabei zugleich die Bedürfnisse anderer Nutzer mit zu berücksichtigen. Genau darum geht es beim Kernwegenetz-Projekt des Wirtschaftsbands A9 Fränkische Schweiz. Es stellt ein zentrales Instrument der ländlichen Entwicklung für das gezielte Flurmanagement dar.

 

Warum sind die landwirtschaftlichen Wege für die Region des Wirtschaftsbandes so wichtig?

 

Im Allianzgebiet der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz nimmt die Landwirtschaft auch heute noch eine wesentliche Rolle ein und prägt das Landschaftsbild entscheidend. Ein leistungsfähiges Wegenetz ist deshalb von großer Bedeutung für die Region.

Im Laufe der Jahre haben sich die Anforderungen an dieses landwirtschaftliche Wegenetz allerdings gravierend verändert. Gründe dafür sind der anhaltende Strukturwandel, der technische Fortschritt und die veränderten Mobilitäts- und Freizeitbedürfnisse. Um die Landwirtschaft in Zukunft auf einem hohen Leistungsniveau zu halten, gilt es folgende Probleme zu lösen:

  • Viele Wege sind aufgrund ihres Alters „verbraucht“ und müssen erneuert werden. Dabei steigen Erhaltungsaufwendungen mit zunehmendem Alter durch Abnutzung und Überlastung.
  • Das vorhandene Wegenetz ist außerdem nicht für die heutigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge ausgelegt. Gleichzeitig sind die Wege nicht gemarkungsübergreifend angelegt. (Maschinenringe, Lohnunternehmen und Abfuhrgemeinschaften arbeiten jedoch überregional.)
  • Die generelle Zunahme des Verkehrs ist auch auf den ländlichen Wegen spürbar. Darüber hinaus decken sich die Anforderungen für eine touristische Nutzung teilweise nicht mit dem derzeitigen Zustand der Wege.

Das Projekt des sogenannten „Kernwegenetzes“ soll der Aufgabe gerecht werden, den Verkehr mehr auf Landwirtschaftswege umzulenken und diese dafür entsprechend auszubauen. Damit fungiert es als kleiner Baustein, um einerseits durch die entsprechende Infrastrukturpflege/-optimierung die Landwirtschaft in ihrem Bestand zu erhalten und andererseits zusätzliche wirtschaftliche Potenziale zu erschließen. Dazu müssen in einem ersten Schritt nun zunächst Besitzstrukturen abgefragt sowie Flurstückgrößen, Flächennutzung und die Routen der Landwirte analysiert werden.

Ziel ist der Aufbau eines großmaschigen Netzes von Wegen in der Region, die eine optimale Erschließung und gute Erreichbarkeit der Flurstücke ermöglichen sollen. Außerdem ist angestrebt, Bundes-, Kreis- und Staatsstraßen durch neue Landwirtschaftswege zu entlasten.

Das Konzept des Kernwegenetzes stellt ein wichtiges Instrument der ländlichen Entwicklung dar, um den heute weiter gefassten Ansprüchen der Landwirtschaft bezüglich des spezifischen Wegenetzes gerecht zu werden.